CLASS MATTERS! Soziale Herkunft und Benachteiligung im Bildungssystem

Veranstaltungsreihe

Eine Initiative von Aktiven aus Studierendenschaft und Mittelbau.

Studierende, die als Erste in ihrer Familie studieren und ohne finanzielle Unterstützung zurechtkommen müssen, haben es an der Hochschule deutlich schwerer. Während 74% der Kinder aus Akademiker*innenhaushalten ein Studium beginnen, sind es bei Arbeiter*innenkindern nur 21%. Von ersteren promovieren 10%, von letzteren nur 1%. Im Wintersemester 2020/2021 laden wir, eine Initiative aus AStA und Mittelbau-Aktiven, dazu ein, sich mit struktureller Diskriminierung im Bildungssystem aufgrund sozialer Herkunft auseinanderzusetzen. In verschieden Formaten, wie Lesungen, Workshops, einem Vortrag sowie einer Podiumsdiskussion, wird den Fragen nachgegangen werden, wie sich diese Diskriminierungsform artikuliert und was dagegen getan werden kann. Außerdem sollen Möglichkeiten geboten werden, eigene Erfahrung auszutauschen und sich zu vernetzen.

Bei allen Veranstaltungen ist die Teilnahme/der Eintritt frei.

24.11. - Lesung mit Sahra Rausch: "Akademische Außenseiter*innen - Sprechen über Klassismus in der Wissenschaft"

Hinweis:
Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden neuen Maßnahmen kann die Lesung mit Sahra Rausch leider nicht wie geplant in Hybridform stattfinden. Stattdessen gibt es eine Online-Lesung.
Um Anmeldung wird gebeten. Dafür reicht eine formlose Mail mit Angabe des Namens an folgende E-Mail-Adresse: classmatters@posteo.de. Die Anmeldungen werden zur Planung der Gestaltung der Veranstaltung sowie zum Nachweis für unsere Förderer (Rosa-Luxemburg-Stiftung Hessen) erhoben und DSGVO-konform behandelt.
Link: Siehe unten.

Dienstag, 24. November 2020, 19:00 Uhr

Im August erschien der Sammelband Klassismus und Wissenschaft: Erfahrungsberichte und Bewältigungsstrategien (Hrsg.: Riccardo Altieri, Bernd Hüttner), der die strukturellen Benachteiligungen aufgrund der sozialen Herkunft ins Zentrum seiner Beiträge stellt. In ihrem autobiographischen Artikel Akademisches Außenseitertum: Mit Vulgarität gegen die Trägheit des akademischen System beschäftigt sich Sahra Rausch mit den Gefühlen der Scham und des Verrats, die unweigerlich auf die wachsende Entfremdung vom Elternhaus folgen. Gleichzeitig reichen Bildungserwerb und -aufstieg allein nicht aus, um zum Wissenschaftsbetrieb dazuzugehören. Wie kann dem begegnet werden? - Wobei ausschließlich persönliche Bewältigungsstrategien zu kurz greifen. Den Beitrag als Ausgangspunkt verstehend, möchte die Lesung einen Raum für den Erfahrungsaustausch schaffen, um der sozialen Herkunft eine größere Bedeutung als Kategorie struktureller Ungleichheit beizumessen.

Sahra Rausch ist Doktorandin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) in Gießen und promoviert zur erinnerungspolitischen Aufarbeitung kolonialer Vergangenheiten in Deutschland und Frankreich. Außerdem ist sie Mitgründerin der Intiative "Just_unbefristet", die sich für bessere Bedingungen im akademischen Mittelbau einsetzt.

Zugang zur Veranstaltung:

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13.01. - Online-Vortrag von Ceren Türkmen: "Klasse heute: von race/class zu racial capitalism"

Hinweis:
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13. Januar 2021, 19:00 Uhr

Ceren Türkmen arbeitet im Bundesverband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und ist Vorstandsmitglied beim Institut Solidarische Moderne. Als Soziologin forscht und promoviert sie zur Geschichte der migrantischen Selbstorganisation, dem Zusammenhang von Race&Class, zu rassistischer Gewalt und Hegemonietheorie. Sie ist seit Mitte der 1990er Jahre in migrantischen, antirassistischen Initiativen aktiv. Derzeit ist sie Teil des Aktionsbündnisses Antirassismus (ABA) und Mitglied im Sprecher*innenteam von Unteilbar. Sie war bis 2019 stellvertretendes Mitglied für die Enquete-Kommission „Ursachen und Formen von Rassismus und Diskriminierungen in Thüringen sowie ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die freiheitliche Demokratie“ im Thüringer Landtag in Erfurt.

In ihrem Vortrag "Klasse heute: von race/class zu racial capitalism" macht Ceren Türkmen deutlich, dass sich die Analyse von Klassenverhältnissen nicht nur auf den Dualismus zwischen Lohnarbeit und Kapital reduzieren lassen. Vielmehr bedarf es einer intersektionalen Betrachtung, die aufzeigt, wie andere Macht- und Unterdrückungsverhältnisse, wie etwa Sexismus und Rassismus, mit der Kategorie Klasse zusammenhängen. Anhand ihrer Forschung zeigt Türkmen auf, wie Klassenbewusstsein in der migrantischen Selbstorganisation historisch entstand und zu solidarischem politischen Handeln in der Einwanderungsgesellschaft führte. Ihren Vortrag möchten wir zum Ausgangspunkt für eine mögliche Diskussion über die künftige Gestaltung einer solidarischen und intersektionalen Politik nehmen.

Zugang zur Veranstaltung:

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18.01. - Workshop mit Andreas Kemper: „Klassismus und soziale Ungleichheit in der Schule“

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18. Januar 2021, 16:00-19:00 Uhr

Wesentliche gesellschaftliche Selektionsprozesse finden in der Schule statt. Die soziale Herkunft ist für den Ausgang dieser Selektion entscheidend. Dabei wird mit Begriffen wie „Leistungsgesellschaft“, „Chancengleichheit“ oder „Begabung“ die klassistische Diskriminierung in Bildungssystem unsichtbar gemacht. Umso wichtiger ist es deshalb für angehende Lehrkräfte und Pädagog*innen, die verschiedenen Dimensionen von Benachteiligungen aufgrund sozialer Herkunft zu kennen und reflektieren zu können. Dazu gehört sowohl die Selbstreflexion des eigenen pädagogischen Handelns wie auch Ansätze der Prävention und Intervention in der täglichen Praxis und auf bildungspolitischer Ebene.

Der Workshop richtet sich in erster Linie an Studierende pädagogischer Fächer und Praktiker*innen, aber auch an alle Interessierten.

Andreas Kemper ist Wissenschaftler am Institut für Klassismusforschung in Berlin. Er hat mit seinen Publikationen den Klassismusbegriff im deutschsprachigen Raum geprägt. Als Aktivist versucht er, die Working Class/ Poverty Class Academics zu organisieren. Außerdem engagiert er sich in der diskriminierungssensiblen Bildungsarbeit, bei der er seine langjährige Tätigkeit in der intersektionalen Forschung in praktische Anwendungsbereiche übersetzt hat.

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01.02. - Workshop mit Susanne Pawlewicz: "Klassismus und soziale Ungleichheit in der Hochschule"

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01. Februar 2021, 16:00-19:00 Uhr

Die Alma Mater - Ort der freien Entfaltung, der Absicherung, der intellektuellen Erfüllung und zugleich Ort sozialer Kämpfe: meist in ihrer subtilsten Form. Soziale Ungleichheit findet zwar in einigen Fachrichtungen Beachtung, doch verbleibt sie als blinder Fleck am Ort des eigenen Handelns, dem Feld der Universität. Die universitäre De-Thematisierung der sozialen Herkunft von Lehrenden und Studierenden trägt zur Reproduktion und Verschärfung von gesellschaftlichen Ungleichheitsmechanismen bei, indem sie diese ignoriert. Im Workshop wollen wir vor dem theoretischen Hintergrund des Soziologen Pierre Bourdieu der Herstellung und Verschleierung sozialer Ungleichheit im Hochschulwesen auf die Spur kommen; Verunsicherung und Fremdheitsgefühle, Privilegien und Benachteiligung reflektieren. Aus bildungsbiographischer Perspektive werden wir über den Einfluss der sozialen Herkunft auf das eigene Denken, Wahrnehmen und Handeln sprechen und sozial vermittelte Wahrnehmungs- und Bewertungsformen analysieren.

Susanne Pawlewicz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich „Allgemeine Pädagogik und Pädagogik der Natur- und Umweltwissenschaften“ des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik der TU Darmstadt. Seit April 2018 arbeitet sie im zQSL-Projekt „Bildungsaufstieg statt Bildungsausstieg: Förderung der Selbst- und Berufskompetenz von Studierenden nicht-akademischer Herkunft“. Im Projekt wurden Workshops und Seminare entwickelt, um die (Re-) Produktion sozialer Ungleichheit innerhalb des tertiären Bildungssektors zu thematisieren.

Zugang zur Veranstaltung:

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03.02. - Podiumsdiskussion: "Fehl am Platz? Soziale Herkunft und Hochschule" mit Ingrid Miethe, Francis Seeck, Katja Urbatsch und Richard Dietrich

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03. Februar 2021, 18:00 Uhr

Einen Universitätsabschluss muss man sich leisten können. Insbesondere für Studierende, die nicht auf familiäre Ressourcen zurückgreifen können, ist ein Studium ohne begleitende Lohnarbeit oft kaum zu finanzieren. Studierende, die nicht aus Akademiker:innen-Familien kommen, fühlen sich zudem an der Hochschule oft fehl am Platz. Das ist häufig sogar nach erfolgreich abgeschlossenem Studium und Doktorarbeit noch der Fall. Mittlerweile haben sich bundesweit zahlreiche Initiativen und AStA-Referate gegründet, die Arbeiter:innenkinder an den Hochschulen unterstützen oder sich gegen die Abwertung aufgrund der Klassenzugehörigkeit engagieren. Die klassistische Diskriminierung von Menschen, die Arbeiter:innenmilieus oder Armutszusammenhängen entstammen, soll dabei jedoch nicht ausschließlich in ihren individuellen Auswirkungen thematisiert werden. Vielmehr steht auch die Institution Hochschule als Ort der Reproduktion sozialer Ungleichheit und damit gesellschaftliche Strukturen im Interesse der Auseinandersetzung. 

Die Gießener Initiative "CLASS MATTERS!" will mit dieser Podiumsdiskussion die Bedeutung des sozialen Hintergrunds in der akademischen Ausbildung aus unterschiedlichen Perspektiven zur Debatte stellen. Kann es als "Erfolg" gewertet werden, wenn mehr Arbeiter:innenkinder ihren Weg an die Hochschulen finden? Verspricht der "Bildungserfolg" die Überwindung sozialer Ungleichheit? Welche wissenschaftlichen Befunde zu Fremdheitsempfindungen von Arbeiter:innenkindern liegen vor? Und was können wir tun, um der Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft entgegenzutreten? 

Moderation: Jutta Hergenhan und Henning Tauche

Ingrid Miethe ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der JLU Gießen und aktuell Dekanin des Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften. Schwerpunkt ihrer Forschung ist der Zusammenhang von Herkunftsmilieu und Gesellschaftssystem sowie der universitäre Bildungsaufstieg von Arbeiterkindern. Bis 2019 verantwortete sie das Projekt „Systematisierung und Weiterentwicklung der Methodenausbildung und Nachwuchsförderung in der Bildungsforschung“, gefördert durch das BMBF.

Katja Urbatsch ist Gründerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation ArbeiterKind.de. Nach ihrem Hochschulabschluss war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. 2008 gründete sie die Initiative ArbeiterKind.de, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der Nicht-Akademikerkinder an den Hochschulen zu erhöhen und ihnen Unterstützung zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu liefern.

Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Klassismus, soziale Ungleichheit, Care und geschlechtliche Vielfalt. Seit September 2020 ist Seeck Vertretungsprofessor_in für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seit 2009 ist Seeck in der Politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit tätig und gibt Fortbildungen und Vorträge zu den Themen Klassismus und geschlechtliche Vielfalt. Im Oktober 2020 erschien der Sanmelband "Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen" herausgegegen von Francis Seeck und Brigitte Theißl bei Unrast.

Richard Dietrich studiert Erziehungswissenschaften an der WWU Münster. Dort ist er seit 2017 Referent im Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende (FikuS). Als antiklassistischer Aktivist publiziert er Texte und Beiträge zum Thema Klassismus (z.B.: "Die geballte Faust aus der Tasche holen" im Sammelband "Solidarisch gegen Klassismus") und ist zudem Redakteur und Mitherausgeber des Dishwasher, einem Magazin von und für studierende ArbeiterInnenkinder.

Zugang zur Veranstaltung:

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Meeting-Kennnummer: 174 763 7160
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Sie können auch 62.109.219.4 wählen und Ihre Meeting-Nummer eingeben.

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13.03. - Lesung mit Christian Baron: "Ein Mann seiner Klasse"

Hinweis:
Aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden neuen Maßnahmen musste die Lesung mit Christian Baron leider vom 06. November auf den 13. März 2021 verschoben werden. Nach wie vor ist die Lesung im Hybrid-Format geplant.

Samstag, 13. März 2021, 15:00 Uhr
Hermann-Levi-Saal im Rathaus (Berliner Platz 1, 35390 Gießen)
Kooperationsveranstaltung mit dem Georg-Büchner-Club Gießen

Hinweis:
Da die Teilnehmer*innenzahl aufgrund der aktuellen Situation begrenzt ist, ist eine Anmeldung sowie die Dokumentation der Teilnehmer*innen nötig. Genaue Informationen dazu folgen im neuen Jahr. Es wird einen Livestream mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen, geben.

In seinem Anfang 2020 erschienen Buch "Ein Mann seiner Klasse" schildert Christian Baron seine Kindheit mit einem gewalttätigen Vater, seinen Bildungserfolg entgegen aller Wahrscheinlichkeiten und seine subjektiven Erfahrungen mit Klassismus. Barons autobiographische Schilderungen geben Einblick in diese bislang noch wenig beleuchtete Diskriminierungskategorie und werfen zahlreiche Fragen im Hinblick auf Klassenstruktur und Klassenerfahrung in der deutschen Gesellschaft auf. Das Buch liefert damit zahlreiche Ansatzpunkte für autobiographische Sozioanalyse, wie sie von Pierre Bourdieu, bell hooks oder Didier Eribon bekannt ist.

Christian Baron ist Journalist. Nach Stationen bei der Lokalzeitung Die Rheinpfalz und Neues Deutschland sowie Veröffentlichungen u.a. bei der Neuen Zürcher Zeitung ist er seit 2018 Redakteur bei der Wochenzeitung Freitag. Er wurde 1985 in Kaiserslautern geboren und studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Germanistik in Trier. Er ist Arbeiterkind und veröffentlichte 2016 ein Buch mit dem Titel: "Proleten, Pöbel, Parasiten. Warum die Linken die Arbeiter verachten".

Weiterführende Informationen und Literaturtipps

Presseschau:

Initiativen:

Einführende Literatur:
  • Baron, Christian (2014): Klasse und Klassismus. Eine kritische Bestandsaufnahme, in: PROKLA Nr. 175 Schwerpunkt Klassentheorien, S. 225-236.
  • Bourdieu, Pierre (1987): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Suhrkamp: Frankfurt a.M.
  • Graf, Angela; Möller, Christina (Hg.) (2015): Bildung – Macht -Eliten. Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit, Campus: Frankfurt  a.M./ New York.
  • hooks, bell (2020): Die Bedeutung von Klasse. Warum die Verhältnisse nicht auf Rassismus und Sexismus zu reduzieren sind. Münster: Unrast  2020 (amerik. Original: Where we stand: Class matters, 2000).
  • Kemper, Andreas; Weinbach, Heike (2020): Klassismus. Eine Einführung, Münster: Unrast (Erstausg. 2007).
  • Seeck, Francis; Theißl, Brigitte (Hg.) (2020): "Solidarisch gegen Klassismus – organisieren, intervenieren, umverteilen“,  Münster: Unrast.
Weiterführende Literatur:
  • Baron, Christian (2016): Proleten, Pöbel, Parasiten, Das Neue Berlin: Berlin.
  • Mahony, Par; Zmroczek, Christine (1997): Class Matters. "Working Class" Women's Perspectives On Social Class, Taylor & Francis: London.
  • Möller, Christina (2013): Wie offen ist die Universitätsprofessur für soziale Aufsteigerinnen und Aufsteiger? Explorative Analysen über die soziale Herkunft von Professorinnen und Professoren an den nordrhein-westfälischen Universitäten, in: Soziale Welt 64 (4), S. 341-359.
  • Möller, Christina (2014): Als Arbeiterkind zur Professur? Wissenschaftliche Karrieren und soziale Herkunft. In: Forschung & Lehre 6/2014, S. 372-374.
  • Rehbein, Boike u.a (2015): Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland, Herbert von Halem: Konstanz.
  • Roßhart, Julia (2017): Klassenunterschiede im feministischen Bewegungsalltag. Anti-klassistische Interventionen in der Frauen- und Lesbenbewegung der 80er und 90er Jahre in der BRD, w_orten & meer: Maintal.
Romane/Prosa/Autobiographisches:
  • Altieri, Riccardo; Hüttner, Bernd (Hg.) (2020): Klassismus und Wissenschaft. Erfahrungsberichte und Bewältigungsstrategien.BdWi: Marburg.
  • Baron, Christian (2020): Ein Mann seiner Klasse, claassen: Berlin.
  • Eribon, Didier (2016): Rückkehr nach Reims, Suhrkamp-Verlag: Frankfurt a.M.
  • Ernaux, Annie (2017): Die Jahre, Suhrkamp: Frankfurt a.M. (franz. Original: Les années, 2008).
  • Ernaux, Annie (2019): Der Platz, Suhrkamp: Frankfurt a.M.
  • Ferrante, Elena (2016-2018):  Neapolitanische Saga, 4 Bände, Suhrkamp: Frankfurt a.M.
  • Reuter, Julia; Gamper, Markus; Möller, Christina; Blome, Frerk (Hg.) (2020): Vom Arbeiterkind zur Professur. Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen, transcript: Bielefeld.

Artikel & Debatte:

Kooperationspartner und Förderer