{"id":4546,"date":"2020-03-11T23:09:25","date_gmt":"2020-03-11T22:09:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/?p=4546"},"modified":"2020-03-13T19:33:37","modified_gmt":"2020-03-13T18:33:37","slug":"pressemitteilung-asta-der-jlu-zum-hochschulpakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/en\/pressemitteilung-asta-der-jlu-zum-hochschulpakt\/","title":{"rendered":"Pressemitteilung: AStA der JLU zum Hochschulpakt"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Der gro\u00dfe Wurf bleibt aus! Grundlegender Wandel wird auf die lange Bank geschoben.<\/strong><\/h2>\n<p>In Wiesbaden wurde am Mittwoch, dem 11.03.2020, der neue hessische Hochschulpakt zwischen dem Land und den Hochschulen unterschrieben. Das Feld der Hochschulentwicklung in den Bereichen Forschung, Lehre und Verwaltung ist damit f\u00fcr die n\u00e4chsten 5 Jahre abgesteckt. Der Allgemeine Studierendenausschuss (<i>AStA)<\/i> der Justus-Liebig-Universit\u00e4t (JLU) begr\u00fc\u00dft die Aufstockung der finanziellen Mittel und den st\u00e4rkeren Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und Gendergerechtigkeit, betont aber, dass die Chance verpasst worden sei <!--more-->einen Quantensprung in ein revolutioniertes Bildungssystem zu wagen. So wurde die F\u00f6rderung der\u00a0 exklusiven Exzellenzprofilierung nicht ins Aus zu gestellt. Dies f\u00fchre weiterhin zum Konkurrenzkampf zwischen einem Drittmittelorientierten Forschungsauftrag und der guten Lehre f\u00fcr die Studierenden. Ob dieser m\u00f6gliche Wettbewerb zu Lasten der Studierenden gehen wird, wird sich angesichts der in Aussicht gestellten Entfristungen und mehr Professor*innen zeigen.<\/p>\n<p>Von guten Studienbedingungen f\u00fcr Alle sei man dennoch weit entfernt. &#8220;Der neue Hochschulpakt ist leider nicht der gro\u00dfe Wurf, den wir uns erhofft hatten. Grundlegende Probleme wie der Konkurrenzkampf der Hochschulen um externe Gelder und eine Betreuungsrelation, die sich im bundesweiten Vergleich im hinteren Mittelfeld bewegen wird, werden im Kern erhalten bleiben. Und genauso wird unsere Uni mit den Versprechen im Paktteil &#8220;Bauliche Entwicklung&#8221; voraussichtlich nicht alle maroden Seminarr\u00e4ume renovieren k\u00f6nnen &#8211; von einer energetischen Sanierung ganz zu Schweigen.&#8221;, kritisiert Arne Krause, Referent f\u00fcr Hochschulpolitik. Jetzt liege der Ball, aus Sicht des AStA, bei den einzelnen Hochschulen, die in den individuellen Zielvereinbarungen das maximal M\u00f6gliche herausholen m\u00fcssten um zumindest ein halbwegs annehmbares Endergebnis erzielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Offen bleibt beispielsweise vorerst die konkrete Ausgestaltung der nachhaltigen Entwicklung an den Hochschulen. Die Intensivierung der Klimaschutzbem\u00fchungen war nicht nur bei den Fridays-for-Future Demonstrationen ein Thema, sondern wurde auch an den Universit\u00e4ten und Fachhochschulen in den vergangenen Monaten von der Studierendenschaft eingefordert und kontrovers diskutiert. &#8220;Das Land hat die Forderungen von uns Studierenden offensichtlich erh\u00f6rt und stellt im Hochschulpakt umfangreiche Gelder im Bereich der Nachhaltigkeit zur Verf\u00fcgung. Wir erwarten, dass die JLU diese Chance ergreift, sich hier schnell ambitionierte Ziele setzt und ein koordinierendes Nachhaltigkeitsb\u00fcro schafft, um die vom Land vorgegeben Klimaschutzziele noch zu erf\u00fcllen&#8221;, nimmt Michel Z\u00f6rb, ebenfalls Referent f\u00fcr Hochschulpolitik, die Universit\u00e4tsleitung in die Pflicht. Die Bew\u00e4ltigung der Klimakrise sei die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung unserer Zeit, so der Referent weiter. Als Hochschule m\u00fcsse man die Studierenden darauf in der Lehre und Forschung gezielt vorbereiten, aber eben auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen.<\/p>\n<p>Ebenfalls mehr finanzielle Mittel gibt es im Bereich des Unterhalts und des Neubaus von Lehr- und Forschungsgeb\u00e4uden. Die M\u00e4ngel sind an der JLU in diesem Bereich allerdings auch erheblich. Die Problematik der sowieso schon \u00fcberf\u00fcllten H\u00f6rs\u00e4le und Seminarr\u00e4ume werde dadurch noch zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft und sei kurzfristig nicht l\u00f6sbar. Die Vertreter*innen des AStA sind skeptisch, inwiefern die zur Verf\u00fcgung gestellten Gelder, dem offensichtlichem Handlungsdruck angemessen begegnen k\u00f6nnen. Die Reaktion des Landes komme hier deutlich zu sp\u00e4t und das Projekt einer vollst\u00e4ndig ausfinanzierten Hochschule werde weiter auf die lange Bank geschoben.<\/p>\n<div>\n<p>Die zwiegespaltene Bewertung des AStA bezieht sich auf weitere Teile des neuen Hochschulpaktes. Denn w\u00e4hrend eine Entfristung der wissenschaftlich angestellten Mitarbeiter*innen und eine Fortf\u00fchrung der Studierendeneinf\u00fchrungsangebote in Aussicht gestellt wird, was zu begr\u00fc\u00dfen sei, bliebe die Unsicherheit \u00fcber die Fortf\u00fchrung bew\u00e4hrter Beteiligungsformate bestehen. So waren die Studierenden ma\u00dfgeblich an der Einf\u00fchrung gewinnbringender Angebote, wie einer kostenfreien psychologischen Beratung an der JLU, beteiligt, da sie in den sogenannten\u00a0 QSL-Kommissionen eine Stimmenmehrheit besitzen. Solche positiven Beispiele untermauern die langj\u00e4hrigen Forderungen der Studierendenvertretungen nach mehr Mitbestimmungsrechten an den Hochschulen. &#8220;Wir Studierende wissen schlie\u00dflich selbst am besten, wo gerade der Schuh dr\u00fcckt.&#8221;, gibt die Hochschulpolitik-Referentin Ellen Beck auch im Hinblick auf die nun folgenden Verhandlungen zu den Zielvereinbarungen zwischen den einzelnen Hochschulen und dem Land zu bedenken.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Anmerkung zur inhaltlichen Korrektur vom 13. M\u00e4rz: Der Finanzierungsmechanismus wurde entgegen der urspr\u00fcnglichen Auffassung tats\u00e4chlich grundlegend ge\u00e4ndert. So wurden bspw. die Clusterpreise abgeschafft. Dies stellt eine wichtige Kehrtwende dar. Dar\u00fcber hinaus wurde klar gestellt, was der AStA unter der urspr\u00fcnglich genannten &#8220;miserablen Betreuungsrelation&#8221; versteht. Die historische Wende beim neuen Hochschulpakt ist nicht der gr\u00f6\u00dfte Wurf, aber ein Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gro\u00dfe Wurf bleibt aus! Grundlegender Wandel wird auf die lange Bank geschoben. 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