{"id":5122,"date":"2020-09-11T16:45:58","date_gmt":"2020-09-11T14:45:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/?p=5122"},"modified":"2020-09-11T16:45:58","modified_gmt":"2020-09-11T14:45:58","slug":"solidarisierung-der-oeko-lak-der-dannenroeder-wald-muss-als-bunte-lunge-und-als-symboltraechtiges-statement-fuer-eine-lebenswerte-zukunft-erhalten-bleiben-die-studierendenvertreterinnen-stehen-hint","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/en\/solidarisierung-der-oeko-lak-der-dannenroeder-wald-muss-als-bunte-lunge-und-als-symboltraechtiges-statement-fuer-eine-lebenswerte-zukunft-erhalten-bleiben-die-studierendenvertreterinnen-stehen-hint\/","title":{"rendered":"Solidarisierung der \u00d6ko-LAK: Der Dannenr\u00f6der Wald muss als bunte Lunge und als symboltr\u00e4chtiges Statement f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft erhalten bleiben! Die Studierendenvertreter*innen stehen hinter dem breiten Protest gegen den Ausbau der A49!"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als 40 Jahren gibt es Proteste gegen den geplanten Ausbau der A49 in Hessen. Der Dannenr\u00f6der Wald liegt \u00f6stlich von Marburg und ist ein intakter Mischwald mit 200 &#8211; 300 Jahre alten B\u00e4umen. Der &#8220;Danni&#8221;, wie das Waldgebiet liebevoll genannt wird, beherbergt neben den zahlreichen alten B\u00e4umen eine gro\u00dfe Artenvielfalt (sog. Flora-Fauna-Habitat-Gebiet), ist ein Lebensraum f\u00fcr zahlreiche bedrohte Tierarten, wie dem Kammmolch, eine Kohlenstoffsenke gegen den Klimawandel und einen Trinkwasserspeicher. Das Trinkwasserschutzgebiet Gleental versorgt 500.000 Menschen in Hessen mit Trinkwasser. Vom Gleental wird das Wasser nach Gie\u00dfen, in andere hessische Kommunen und bis nach Frankfurt am Main geliefert. Trotzdem soll der Wald, nach dem Willen der Bundes- und Landesregierung, f\u00fcr eine weitere Betonschneise, die Autobahn 49, zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Nach einer Verschnaufpause im letzten Jahr beginnt dieses Jahr am 1. Oktober die n\u00e4chste Rodungssaison. Die Abholzungen im Bereich Gleental sollen dann trotz zahlreicher, bunter Gegenwehr Fakten schaffen. Um diesen Naturraum und Lebensgrundlage zu sch\u00fctzen ist der Wald seit einem Jahr besetzt. Aktivist*innen haben Wohn- und Protestplattformen in die Baumkronen gesetzt und beh\u00fcten den Danni 24\/7 vor destruktiven Eingriffen. Politische Versammlungen, wie 24\/7 Protest-Camps, werden mit der Begr\u00fcndung des Trinkwasserschutzes durch das Regierungspr\u00e4sidium Gie\u00dfen eingeschr\u00e4nkt und gleichzeitig kann durch den Bau der A49 das in den Sedimentlagen gespeicherte Grundwasser vergiftet werden.* Mehrere Klagen des BUND (Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz) zum Erhalt des Waldes wurden abgewiesen, obwohl das Bundesverwaltungsgericht eingestand, dass der Weiterbau der Autobahn nach heutigem Recht niemals h\u00e4tte durchgesetzt werden d\u00fcrfen. Ein breites B\u00fcndnis aus B\u00fcrger*innen-Initiativen, Klimagruppen, autonomen Gruppen, Aktivist*innen und bundesweiten Organisationen, wie NABU, BUND, Campact und Attac, setzt sich f\u00fcr den Erhalt des Waldes ein. Das gemeinsame Ziel ist die Verhinderung der f\u00fcr Mitte September angek\u00fcndigten R\u00e4umung. Sie alle tragen dazu bei, dass der Dannenr\u00f6der Wald ein friedliches Widerstandssymbol f\u00fcr eine klimagerechtere Welt wird.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Spektrums der Naturzerst\u00f6rung stehen exemplarisch die Unternehmen Ferrero und Fritz Winter. Die umweltblinden Akteure w\u00fcrden von der direkten Angliederung ihrer Logistikzentren an die Autobahn profitieren. Obwohl die Ferrero Werke eine Schienenanbindung haben, blasen Ferrero und Co. mit der Unterst\u00fctzung des Autobahn-Ausbaus in das Kriegshorn gegen unsere Mitwelt und unsere Zukunft. \u00d6kologisch nachhaltig w\u00e4re stattdessen die Reaktivierung und der Ausbau der in dieser Region seit Jahren stillgelegten Schienen, die parallel zur geplanten A49 verlaufen. Auch f\u00fcr die Mobilit\u00e4tsbed\u00fcrfnisse privater Menschen gibt es im l\u00e4ndlichen Raum oft keine andere M\u00f6glichkeit als mit dem privaten Auto zu fahren. Das reaktivierte Schienennetz, in Kombination mit einer sozialvertr\u00e4glichen Tarifgestaltung (Stichwort Nulltarif), weiteren Haltepunkten mit Anschluss an Busverbindungen, w\u00fcrde im Gegenzug eine direkte, klimafreundliche Verbindung von Marburg nach Fulda \u00fcber Kirchhain und Nieder-Gem\u00fcnden erlauben.<\/p>\n<p>Die Landes-ASten-Konferenz f\u00fcr \u00d6kologie (der Zusammenschluss der hessischen \u00d6kologiereferate in den Studierendenvertretungen, kurz: \u00d6ko-LAK) solidarisiert sich mit den Protesten f\u00fcr den Erhalt unserer mittelhessischen gr\u00fcnen, wie blauen Lunge und f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft aller Menschen. Klimaschutz muss \u00fcberall aktiv angegangen werden und kann nicht mit dem Ausbau einer weiteren Autobahn vereinbart werden. Die \u00d6ko-LAK schlie\u00dft sich folgenden Forderungen vollumf\u00e4nglich an:<\/p>\n<p>1. Die Verkehrswende braucht es Jetzt, d.h. mehr Fu\u00dfg\u00e4nger*innenwegen, Fahrradstra\u00dfen und die Umstrukturierung zum Nulltarif im \u00d6PNV, z.B. im RMV und NVV, und Fernverkehr bis zum Jahr 2025. Mobilit\u00e4t muss \u00f6kologisch und sozial gerecht werden!<br \/>\n2. Die Bahnstruktur in Hessen muss ausgebaut werden, sodass G\u00fcter \u00fcber gro\u00dfe Strecken nicht mehr mit LKWs auf den Stra\u00dfen, sondern \u00fcber den Schienenzugverkehr transportiert werden!<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4dt die \u00d6ko-LAK alle Kommiliton*innen und weitere Interessierte ein sich zahlreich an den w\u00f6chentlichen Sonntagsspazierg\u00e4ngen zu beteiligen und (vor Ort) beim Protest zu unterst\u00fctzen!<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzung des AStA der JLU:<br \/>\n*Diese Einschr\u00e4nkungen klingen absurd, sollen doch, wenn es nach dem Regierungswillen geht, ab Oktober schwere Baufahrzeuge den benachbarten Wald roden. Anschlie\u00dfend sollen Br\u00fcckenpfeiler mit einer Tiefe von bis zu 30 m in den Boden eingebracht werden. Dieser Br\u00fcckenbau ist &#8220;brandgef\u00e4hrlich&#8221;. Im Raum Stadtallendorf befand sich zu NS-Zeiten eine TNT-Produktionsst\u00e4tte. Durch die Bauarbeiten k\u00f6nnte das NS-Erbe, die TNT-Spuren, in die Grundwasser-Sedimentsschichten getragen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als 40 Jahren gibt es Proteste gegen den geplanten Ausbau der A49 in Hessen. 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