{"id":5971,"date":"2021-06-18T23:51:46","date_gmt":"2021-06-18T21:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/?p=5971"},"modified":"2021-06-21T12:14:57","modified_gmt":"2021-06-21T10:14:57","slug":"stellungnahme-des-asta-anlaesslich-des-umgangs-mit-dem-vorplatz-des-uni-hauptgebaeudes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/en\/stellungnahme-des-asta-anlaesslich-des-umgangs-mit-dem-vorplatz-des-uni-hauptgebaeudes\/","title":{"rendered":"Stellungnahme des AStA anl\u00e4sslich des Umgangs mit dem Vorplatz des Uni-Hauptgeb\u00e4udes"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Platz vor dem Universit\u00e4ts-Hauptgeb\u00e4ude kam es in der j\u00fcngeren Vergangenheit zu zunehmend unhaltbaren Zust\u00e4nden. Vor zwei Wochen erlangte der Platz traurige Ber\u00fchmtheit durch eine gr\u00f6\u00dfere Schl\u00e4gerei, letztes Wochenende kam es zu massiven L\u00e4rm- und M\u00fcllbel\u00e4stigungen, unter denen vor allem die Anwohner:innen, aber auch Spazierg\u00e4nger:innen, die lokale Gastronomie usw. litten. Auch die geltenden Hygieneregeln wurden erheblich verletzt. Viele sind sich einig: So schlimm sei es vorher noch nie gewesen. Aber wieso jetzt auf einmal?<\/p>\n<p>Wir haben ein Wintersemester, das von Ausgangssperren- und Kontaktbeschr\u00e4nkungen gezeichnet war, hinter uns gebracht. Monatelang durfte man sich offiziell &#8211; au\u00dferhalb des Arbeitsplatzes nat\u00fcrlich &#8211; selbst an der frischen Luft nur mit Maske und maximal einem weiteren Haushalt treffen, nach 22 Uhr nicht mehr zu zweit spazierengehen, auch wenn man dem gleichen Haushalt angeh\u00f6rte, etc.<\/p>\n<p>Gie\u00dfen ist eine Studierendenstadt, in der die wenigsten Immatrikulierten mit ihren Familien zusammenwohnen. Die meisten Studis wohnen in WGs, Wohnheimen oder alleine in Appartements, die je nach Einkommensklasse wenig Raum bieten. Viele von uns gingen wegen der digitalen Lehre in die Heimat zur\u00fcck. \u00dcbrig blieben in der Stadt schlimmstenfalls die allgegenw\u00e4rtige Angst vor der Pandemie, Einsamkeit und beengte Wohnverh\u00e4ltnisse; bestenfalls einfach Langeweile und ein langer, dunkler Winter.<\/p>\n<p>Vor einigen Tagen sind diese Kontaktbeschr\u00e4nkungen gelockert worden. Man darf sich nun wieder in gr\u00f6\u00dferen Gruppen drau\u00dfen aufhalten und das auch nachts, weil die Inzidenz lange keinen bedenklichen Bereich angenommen hat. Zuf\u00e4llig hat in Mittelhessen dann auch noch der lang erwartete Sommer die K\u00e4lte abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Es war also abzusehen, dass bei steigenden Temperaturen und sinkenden Corona-Inzidenzen insbesondere j\u00fcngere Menschen ohne gro\u00dfe Wohnungen bzw. Grundst\u00fccke frei zug\u00e4nglichen, st\u00e4dtischen Raum nutzen werden, um endlich wieder zusammen zu kommen. Verbote und repressive polizeiliche Ma\u00dfnahmen, wie sie die Stadt und die Uni Gie\u00dfen nun ank\u00fcndigen, werden diese Bestrebungen nicht ausbremsen, sondern durch kurzfristige Symptombek\u00e4mpfung den Konflikt nur an andere Orte verlagern und versch\u00e4rfen. <strong>Die angek\u00fcndigte verst\u00e4rkte \u00dcberwachung und immense Polizeipr\u00e4senz sowie die aktuell zu pr\u00fcfende Sperrung des gesamten Platzes lehnen wir entschieden ab!<\/strong> Dass die Ma\u00dfnahmen nicht nur Studierende am UHG betreffen und scharf kritisiert werden m\u00fcssen, erkennt man ebenso an dem <a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/giessen\/nach-party-exzess-uni-stadt-und-polizei-ziehen-konsequenzen-90803133.html\">ge\u00e4u\u00dferten Vorhaben auch andere st\u00e4dtische Pl\u00e4tze kontrollieren und seitens der Polizei m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig eingreifen zu wollen.<\/a><\/p>\n<p>Der AStA der JLU stellt sich nat\u00fcrlich gegen eine Verm\u00fcllung universit\u00e4rer sowie st\u00e4dtischer R\u00e4ume. Die Gefahren f\u00fcr den naheliegenden Kinderspielplatz und Spazierengehende mit Hund sowie die von Glassplittern gepr\u00e4gten Fahrradwege und Stra\u00dfen sind offensichtlich. Auch sind wir solidarisch mit den Anwohner:innen, die sich w\u00fcnschen, nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig durch tiefn\u00e4chtlichen L\u00e4rm wachgehalten zu werden, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten sich ihre Wohnung mehr nach Verf\u00fcgbarkeit als nach Wunschlage aussuchen.<\/p>\n<p>Wir meinen aber: Auf dem UHG spielte sich ein genauso unsch\u00f6nes wie auch vorhersehbares Geschehen ab, dem man von \u00f6ffentlicher Seite pr\u00e4ventiv und innovativ begegnen kann. So ist seit Jahren zu beobachten, dass Freir\u00e4ume und Freizeitangebote, vor allem unkommerzieller Natur, eingestampft werden ohne Alternativen und Ersatz zu schaffen, so z.B. das Caf\u00e9 Amelie, das Kinocenter, das Haarlem, u.v.m. Der Universit\u00e4tsplatz ist auch deshalb seit Jahren bei Studierenden und anderen Gie\u00dfener:innen ein beliebter Ort f\u00fcr Begegnung und gemeinschaftliche Aktivit\u00e4ten und somit zu einem festen Bestandteil des (studentischen) Lebens in Gie\u00dfen geworden. <strong>Deshalb sind wir der Meinung, dass der Freiraum vor dem Uni-Hauptgeb\u00e4ude unbedingt erhalten bleiben muss!<\/strong><\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t darf nicht zu einer anonymen, rein leistungsgetriebenen Lernfabrik werden, nachdem jetzt alle Studierenden drei Semester Home-Office durchlebt\u00a0 haben! Stattdessen muss die Universi\u00e4t in die B\u00fcrger:innen und Studierenden der Stadt vertrauen und entsprechende Diskussionsplattformen f\u00fcr einen konstruktiven Austausch \u00fcber (hygienekonforme) Freir\u00e4ume, Freizeitangebote und Kontaktm\u00f6glichkeiten schaffen. Statt autorit\u00e4r durchzugreifen sollte auf Dialog gesetzt werden, der allen Anliegen gerecht wird!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir fordern zur Deeskalation und zur Wahrung des Ausgleichs der verschiedenen Interessen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Den Abzug der \u00fcberm\u00e4ssigen und dauerhaften Polizeipr\u00e4senz am UHG und das Ende der \u00dcberwachung, keine Absperrung des Platzes und keine Ausweitung des Alkoholverbots!<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Keine &#8220;positive&#8221; Verdr\u00e4ngung von (studentischen) Freir\u00e4umen durch kommerzielle Barbetriebe oder sonstige Gastronomie. Der Vorplatz des Hauptgeb\u00e4udes muss frei zug\u00e4nglich f\u00fcr Alle bleiben!<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Dezentrales Aufstellen von sanit\u00e4ren Anlagen, sodass Menschen sich an mehreren Orten in der Stadt und auf den verschiedenen Campi treffen k\u00f6nnen und nicht auf Angebote der Gastronomie zur\u00fcckgreifen m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Dezentrales Aufstellen von Parkb\u00e4nken zum Zusammenkommen, aber auch zum Lernen im Freien auf den verschiedenen Campi.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ausweisung der dezentral vorgesehenen Orte zum Zusammenkommen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Aufstellen von Pfand- bzw. Altglascontainern nach neuem Konzept auf dem Platz vor dem Uni-Hauptgeb\u00e4ude sowie gr\u00f6\u00dferer, den realistischen Gegebenheiten angepassten M\u00fcllcontainer an Orten des Zusammenkommens.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ausarbeitung neuer Konzepte mit verschiedenen Veranstaltenden, evtl. nach dem Vorbild der Kreidekreisarena und mehr Teilhabe von Studierenden an der Stadtgestaltung und der Gestaltung von Freir\u00e4umen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Studierendenparlament<\/strong><\/p>\n<p>Das Studierendenparlament fordert hiermit die Justus-Liebig-Universit\u00e4t und die Stadt Gie\u00dfen dazu auf, in den kommenden Tagen und Wochen Gespr\u00e4che mit betroffenen Akteur:innen aufzunehmen. Dazu z\u00e4hlen Vertreter:innen der Studierendenschaft, des Stadtsch\u00fcler:innenrates und weitere beteiligte Akteur:innen, wie die Gastronomie und die Stadtbev\u00f6lkerung, insbesondere die Anwohner*innen. Dabei sollen die oben genannten Punkte in einem gemeinsamen Dialog mit allen Beteiligten diskutiert werden. Auch soll ein langfristiges Konzept zur studentischen Nutzung des Platzes erarbeitet werden, um bereits bekannte, langfristige Probleme der Nutzung nachhaltig zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Platz vor dem Universit\u00e4ts-Hauptgeb\u00e4ude kam es in der j\u00fcngeren Vergangenheit zu zunehmend unhaltbaren Zust\u00e4nden. 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