{"id":8315,"date":"2023-07-21T12:40:35","date_gmt":"2023-07-21T10:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/?p=8315"},"modified":"2023-07-21T12:40:35","modified_gmt":"2023-07-21T10:40:35","slug":"8315-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asta-giessen.de\/en\/8315-2\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p>Liebe Mitfeiernden und -studierenden, liebe Gie\u00dfener:innen;<\/p>\n<p>heute stehen wir wieder hier, um unseren Protest auf die Stra\u00dfe zu bringen. Denn wir wissen, dass sich ohne Protest unsere Gesellschaft und die Politik nicht ver\u00e4ndern werden.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit haben studentische Bewegungen schon oft f\u00fcr Verbesserungen und gegen Ungerechtigkeit gek\u00e4mpft. Deshalb stehen wir heute als Vertreter:innen der Studierendenschaft &#8211; kurz: AStA &#8211; zum 16. Mal an eurer Seite. Damals wurde gegen die Studiengeb\u00fchren demonstriert. Diesen Kampf haben wir gewonnen und es wird nicht der letzte sein, den wir gewinnen.<\/p>\n<p>Heute k\u00e4mpfen wir gegen studentische Armut.<\/p>\n<p>Heute k\u00e4mpfen wir gegen ein marodes Bildungssystem.<\/p>\n<p>Heute k\u00e4mpfen wir gegen das Nichtgeh\u00f6rtwerden angesichts der vielen Krisen: Pandemie, Inflation, Klimawandel, Kapitalismus, Krieg und Nationalismus.<\/p>\n<p>Wir Studierende geh\u00f6ren auch zu den \u00c4rmsten in Deutschland. Trotzdem werden wir nur mit einer l\u00e4cherlichen Einmalzahlung und einer BAf\u00f6G-&#8220;Erh\u00f6hung&#8221; abgespeist, die vor Gericht verhandelt wird &#8211; das ist nicht genug. Es ist nicht genug, weil die Mieten und die Preise trotzdem immer weiter steigen.\u00a0 Es nicht genug, weil viele von uns neben einem Vollzeitstudium zus\u00e4tzlich fast in Vollzeit arbeiten m\u00fcssen &#8211; entweder an den Unis ohne Mitbestimmung oder in den Kneipen ohne Arbeitsvertrag.<\/p>\n<p>In der Pandemie wurden wir vergessen.<\/p>\n<p>In der Inflation und der Energiekrise wurden wir vergessen.<\/p>\n<p>Und auch in der Debatte um das BAf\u00f6G werden wir vergessen &#8211; weil wir nicht gefragt werden, obwohl es uns betrifft.<\/p>\n<p>Es wird an uns gespart, an unserem Bildungssystem und unseren Unis. Unsere Fachbereiche sind unterfinanziert und die H\u00f6rsaaldecken fallen uns auf die K\u00f6pfe. Eure Exzellenzschei\u00dfe und euer Drittmittelgeschubse kotzen uns einfach nur noch an!<\/p>\n<p>Die #JLYou bleibt auch trotz hippem Anstrich ein neoliberaler und undemokratischer Verein.\u00a0 Ein Studium ist immer noch nicht f\u00fcr Alle m\u00f6glich. Die Gremien, die \u00fcber unser Studium entscheiden, sind zum Gro\u00dfteil immer noch von alten, wei\u00dfen Profs besetzt. Und uns wird als Studierendenvertretung verboten zu &#8220;allgemeinpolitischen&#8221; Themen Stellung zu beziehen, weil man uns mundtot machen will, damit wir nicht kritisieren; damit wir uns nicht solidarisieren. Solidarisieren mit denjenigen, die auch von verfehlter Politik betroffen sind.<\/p>\n<p>Wir wollen nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden; denn wir sind Studierende, wir sind Kulturschaffende, wir sind Alleinerziehende, wir sind Sozialleistungsbeziehende, wir sind Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>In den Universit\u00e4ten und Hochschulen sind die Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse prek\u00e4r. Der wissenschaftliche Mittelbau und wir studentische Hilfskr\u00e4fte, sind mit befristeten Vertr\u00e4gen konfrontiert.<\/p>\n<p>Wir hangeln uns von Vertrag zu Vertrag und arbeiten oft auf mehreren Stellen gleichzeitig, da wir uns sonst unser Studium nicht leisten k\u00f6nnen. Die Universit\u00e4t tritt unsere Rechte als Arbeitnehmende mit F\u00fc\u00dfen. Unser Anspruch auf Urlaub wird missachtet, Krankheitstage m\u00fcssen unbezahlt nachgearbeitet werden. Und wenn wir da nicht mitmachen, wenn wir uns wehren, dann m\u00fcssen wir Angst vor Nachteilen in unserem Studium haben, denn h\u00e4ufig sind unsere Chefs auch die Profs, die uns benoten. Es ist ein absurdes Machtgef\u00e4lle und ein furchtbares Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis, in dem wir uns befinden.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen Angst davor haben unsere Stimme zu erheben, da sonst der aktuelle Vertrag wom\u00f6glich der letzte sein k\u00f6nnte. Es gibt zwar einen sog. &#8220;Kodex f\u00fcr gute Arbeit&#8221;, der vom Land Hessen f\u00fcr die Hochschulen geschaffen wurde. In Wahrheit bringt dieser Kodex aber nichts, vieles ist nicht verpflichtend oder die Unis halten sich gar nicht erst daran.<\/p>\n<p>Freiwilligkeit bringt nichts. Freiwilligkeit ist Unsicherheit! Freiwilligkeit ist f\u00fcr die Tonne! Unis m\u00fcssen zu guten Arbeitsbedingungen verpflichtet werden, denn sie funktionieren mittlerweile nach neoliberalen Prinzipien und werden sie alles daf\u00fcr tun ihre Kosten so gering wie m\u00f6glich zu halten und unsere Stimmen nach besseren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Verpflichtung geht nur mit einem Tarifvertrag! Dieser regelt Stundenlohn, Arbeitszeiten, Urlaub und so viel, wie wir raushauen k\u00f6nnen, wenn wir uns organisieren, wenn wir in Gewerkschaften eintreten! Nur das schafft Sicherheit f\u00fcr uns und Verpflichtungen f\u00fcr die Unis. Und Sicherheit ist das, was wir in diesem System brauchen!<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Denn: Unter diesem System leiden wir Alle. Wir wollen nicht mehr gegeneinander ausgespielt werden; denn wir sind Studierende, wir sind Hilfskr\u00e4fte, wir sind Kulturschaffende, wir sind Alleinerziehende, wir sind Sozialleistungsbeziehende, wir sind Gefl\u00fcchtete.<\/p>\n<p>Wir wurden, wir sind und wir werden vergessen.<\/p>\n<p>Wir haben gek\u00e4mpft, wir k\u00e4mpfen und wir werden k\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mitfeiernden und -studierenden, liebe Gie\u00dfener:innen; heute stehen wir wieder hier, um unseren Protest auf die Stra\u00dfe zu bringen. 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