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Jun
9
Di
Online-Vortrag: #Systemrelevant und revolutionär zugleich: Care
Jun 9 um 18:15 – 19:45
Online-Vortrag: #Systemrelevant und revolutionär zugleich: Care

Friederike Habermann analysiert, was Marktlogik aus Care, uns
und unseren Tätigkeiten macht, und liefert Beispiele, wie Menschen durch die
Coronakrise an den Punkt kommen, Solidarität zu leben, bedürfnisorientiert zu
produzieren und innerlich motiviert beizutragen.

Es wird darum gehen, warum Pflegeberufe – obwohl systemrelevant – eigentlich so schlecht bezahlt sind. Und diese Frage führt uns tief in die Strukturen des Kapitalismus. Galten vor Corona vor allem Großbanken als systemrelevant, so hat sich in der Krise innerhalb kürzester Zeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass Pflege ebenso wie andere Sorgetätigkeiten viel wesentlicher die Gesellschaft tragen. Doch das ist nicht alles: Marktwirtschaft beruht wesentlich auf ihrer Ausbeutung, denn die Logik des Marktes nötigt Unternehmen dazu, sich un- und unterbezahlte Arbeiten einzuverleiben.

Gleichzeitig zwingt uns Marktlogik in Konkurrenz zueinander, wo wir stattdessen auf dem Tun anderer aufbauen könnten, und schafft Knappheiten, wo keine sind. Gehortete Atemmasken machten diese Logik nur noch offensichtlicher. Der Vortrag analysiert, was Marktlogik aus Care, uns und unseren Tätigkeiten macht, und liefert Beispiele, wie Menschen durch die Coronakrise an den Punkt kommen, Solidarität zu leben, bedürfnisorientiert zu produzieren und innerlich motiviert beizutragen.

Den Link zur Veranstaltung werden wir auf unserer Website und über Social Media bekannt geben.

Jun
23
Di
Online-Diskussion: Commonismus – Utopie jenseits von Kapitalismus, Sozialismus und Arbeit(-szwang)
Jun 23 um 18:15 – 19:45
Online-Diskussion: Commonismus – Utopie jenseits von Kapitalismus, Sozialismus und Arbeit(-szwang)

Simon Sutterlütti diskutiert mit euch über Utopien und stellt das Konzept des „Commonismus“ vor.
Utopische Diskussionen sind wieder auf der Agenda. Klimakrise, globale Ausbeutung und Rechtsruck verlangen eine Verständigung über die Grundzüge einer Alternative zu Kapitalismus und (Staats-)Sozialismus. Antworten sind leider nur ansatzweise vorhanden. Reicht es nicht die Marktwirtschaft öko-sozial zu regulieren oder den Sozialismus demokratisch zu gestalten, stellen sich gesellschaftliche Fragen neu: Was kann an die koordinierende Stelle von Staatsplan und Markt treten? Wie kann ein gutes Leben jenseits des Arbeitszwangs organisiert werden?

Der Commonismus ist ein junger konkret-utopischer Vorschlag, der mit älteren herrschaftskritischen Ansätzen lernend verbunden ist. Wie sie trennt er Konsumtion und Leistung und beendet damit die Abspaltung von Care/Sorgearbeit. Werden gesellschaftliche Notwendigkeiten gemeinsam auf Basis von Motivation & Selbstauswahl statt Arbeit& Zwang organisiert stellen sich neue Fragen z.B. Wie organisieren wir ungeliebte Aufgaben? Wer macht die Müllabfuhr? Reicht Freiwilligkeit aus? Und wie koordiniert sich eine globale, hoch-tätigkeitsteilige Utopie ohne staatlichen Plan? Wie verhindern wir hier neue  Machtstrukturen?
Welche gesellschaftliche Mechanismen verhindern Diskriminierung oder machen sie gar überflüssig? Wie treffen wir Entscheidungen und lösen Konflikte? Die Utopie kann und darf nicht fertig sein, sie wird sich mit den kommenden Kämpfen verändern, aber eine grundsätzliche Bestimmung des Zieles erleichtert Strategiediskussionen und Konstruktionsversuchen. Wir hoffen auf produktive utopische Diskussionen.