Pressemitteilung: Für einen Campusplatz ohne Landebahn

Für diesen Samstag ruft die Studierendenvertretung der Uni Gießen zu einer Kundgebung auf, um sich für eine verkehrswendegerechte Gestaltung der umgebauten Rathenaustraße und des neuen Campusplatzes einzusetzen.

 

Mit einer Kundgebung und Fotoaktion wird diesen Samstag, den 24. April um 14 Uhr, auf die aus studentischer Sicht misslungene Neugestaltung der Rathenaustraße aufmerksam gemacht. Die Rathenaustraße wurde im Zuge der Umbauten am Philosophikum begradigt und führt in Zukunft über den neuen Campusplatz. Die in der Planungsphase diskutierte Idee, einen „shared space“ einzurichten, also eine Verkehrsfläche auf der sich alle VerkehrsteilnehmerInnen gleichberechtigt begegnen, wurde im weiteren Verlauf der Planung durch die Stadt verworfen. Stattdessen wurde ein Minimum an Maßnahmen geplant, um die querenden Studierenden und den Radverkehr zu schützen. Wie sich nun nach der Fertigstellung der Straße zeigt, wurden scheinbar selbst dieses minimalen Maßnahmen verworfen denn sie wurden nicht oder nicht vollständig umgesetzt. Das Ergebnis ist eine Asphaltwüste quer über den Campusplatz, ohne Querungshilfe für FußgängerInnen und ohne Fahrradweg. Aus dem AStA heißt es dazu: „Für uns ist in keinster Weise nachvollziehbar, wie der Umbau zu so einer akuten Verschlechterung der Umstände führen konnte. Der Campusplatz der in Zukunft Mensa mit Bibliothek verbinden wird, wird durch eine Asphaltpiste zerschnitten die nur die Bedürfnisse einer autofahrenden Minderheit im Blick hat. Die Bedürfnisse von mehreren tausend StudentInnen und Angestellten die täglich vor Ort unterwegs sind, wurden in der Umsetzung einfach ignoriert.“ Wo früher immerhin ein Zebrastreifen war, müssen jetzt die FußgängerInnen warten. Mit dem Rückbau des Zebrastreifens genießt der Autoverkehr absoluten Vorgang.

 

Auch die während der Planungsphase von einem Planungsbüro empfohlenen Schutzmaßnahmen für den Radverkehr wurden in wesentlichen Teilen ignoriert. Umgesetzt wurde lediglich einen viel zu schmal geratener Fahrrad-Schutzstreifen. Dieser endet ausgerechnet an den Gefahrenstellen, wie den Bushaltestellen mitten auf der Straße. „Der ’shared space‘ ist für uns das absolute Minimum wenn es um die Gestaltung des Campusplatzes geht. Außer für den ÖPNV und universitäre Betriebsfahrten sollte der Campusplatz für den Durchgangsverkehr gesperrt sein.“, so das Verkehrsreferat der Studierendenvertretung. „Deshalb fordern wir am Samstag die Einrichtung eines „shared space“ mit Durchfahrtsverbot für private PKW.“ Ein Durchfahrtsverbot auf Höhe der Bushaltestellen würde nicht nur den Verkehr über den Campusplatz beruhigen und die Aufenthaltsqualität erheblich steigern. Auch in Hinsicht auf die Verkehrssicherheit im Bereich der neuen Mensa, der Ostschule und den beiden Kitas am Alten-Steinbacher-Weg ist eine Verkehrsberuhigung sicherlich erstrebenswert.

 

Neben Redebeiträgen, wird während der Versammlung eine Fotoaktion durchgeführt werden. Dazu werden alle TeilnehmerInnen aufgerufen selbstgemalte Plakate oder Transparente mitzubringen, ein nachhaltiges Fortbewegungsmittel ihrer Wahl oder sich anderweitig kreativ einzubringen.

 

Infos zur Versammlung:

 

Samstag, 24. April 2021

 

14 Uhr, Rathenaustraße auf Höhe der Bushaltestellen Philosophikum