Podiumsdiskussion: „Fehl am Platz? Soziale Herkunft und Hochschule“ mit Ingrid Miethe, Francis Seeck, Katja Urbatsch und Richard Dietrich

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Einen Universitätsabschluss muss man sich leisten können. Insbesondere für Studierende, die nicht auf familiäre Ressourcen zurückgreifen können, ist ein Studium ohne begleitende Lohnarbeit oft kaum zu finanzieren. Studierende, die nicht aus Akademiker:innen-Familien kommen, fühlen sich zudem an der Hochschule oft fehl am Platz. Das ist häufig sogar nach erfolgreich abgeschlossenem Studium und Doktorarbeit noch der Fall. Mittlerweile haben sich bundesweit zahlreiche Initiativen und AStA-Referate gegründet, die Arbeiter:innenkinder an den Hochschulen unterstützen oder sich gegen die Abwertung aufgrund der Klassenzugehörigkeit engagieren. Die klassistische Diskriminierung von Menschen, die Arbeiter:innenmilieus oder Armutszusammenhängen entstammen, soll dabei jedoch nicht ausschließlich in ihren individuellen Auswirkungen thematisiert werden. Vielmehr steht auch die Institution Hochschule als Ort der Reproduktion sozialer Ungleichheit und damit gesellschaftliche Strukturen im Interesse der Auseinandersetzung. 

Die Gießener Initiative „CLASS MATTERS!“ will mit dieser Podiumsdiskussion die Bedeutung des sozialen Hintergrunds in der akademischen Ausbildung aus unterschiedlichen Perspektiven zur Debatte stellen. Kann es als „Erfolg“ gewertet werden, wenn mehr Arbeiter:innenkinder ihren Weg an die Hochschulen finden? Verspricht der „Bildungserfolg“ die Überwindung sozialer Ungleichheit? Welche wissenschaftlichen Befunde zu Fremdheitsempfindungen von Arbeiter:innenkindern liegen vor? Und was können wir tun, um der Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft entgegenzutreten? 

Moderation: Jutta Hergenhan und Henning Tauche

Ingrid Miethe ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der JLU Gießen und aktuell Dekanin des Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften. Schwerpunkt ihrer Forschung ist der Zusammenhang von Herkunftsmilieu und Gesellschaftssystem sowie der universitäre Bildungsaufstieg von Arbeiterkindern. Bis 2019 verantwortete sie das Projekt „Systematisierung und Weiterentwicklung der Methodenausbildung und Nachwuchsförderung in der Bildungsforschung“, gefördert durch das BMBF.

Katja Urbatsch ist Gründerin und hauptamtliche Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation ArbeiterKind.de. Nach ihrem Hochschulabschluss war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. 2008 gründete sie die Initiative ArbeiterKind.de, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der Nicht-Akademikerkinder an den Hochschulen zu erhöhen und ihnen Unterstützung zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu liefern.

Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Klassismus, soziale Ungleichheit, Care und geschlechtliche Vielfalt. Seit September 2020 ist Seeck Vertretungsprofessor_in für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seit 2009 ist Seeck in der Politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit tätig und gibt Fortbildungen und Vorträge zu den Themen Klassismus und geschlechtliche Vielfalt. Im Oktober 2020 erschien der Sanmelband „Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen“ herausgegegen von Francis Seeck und Brigitte Theißl bei Unrast.

Richard Dietrich studiert Erziehungswissenschaften an der WWU Münster. Dort ist er seit 2017 Referent im Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende (FikuS). Als antiklassistischer Aktivist publiziert er Texte und Beiträge zum Thema Klassismus (z.B.: „Die geballte Faust aus der Tasche holen“ im Sammelband „Solidarisch gegen Klassismus“) und ist zudem Redakteur und Mitherausgeber des Dishwasher, einem Magazin von und für studierende ArbeiterInnenkinder.

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